JUSOS protestieren für einen Zirkus ohne Wildtiere

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Dem ab Freitag in Limburg gastierenden Zirkus „Charles Knie“ stehen nicht alle Bürgerinnen und Bürger positiv gegenüber. Stein des Anstoßes ist der Einsatz von Wildtieren in der Manege. Mehrere Gegenveranstaltungen wurden bei der Stadt angemeldet, darunter der Aktionstag „Wildtiere gehören nicht in den Zirkus“, der unter anderem von den Jusos Limburg mit organisiert wird. Dieser beginnt am Samstag mit einem Info- und Proteststand ab 10 Uhr auf der Plötze in Limburg und geht dann in eine Demonstration zum Zirkusgelände über. „Obwohl sich die Bundestierärztekammer für ein Wildtierverbot im Zirkus ausspricht, sowie laut aktueller FORSA-Umfrage über 80 % der Bevölkerung in Deutschland der Auffassung sind, dass Wildtiere im Zirkus nicht artgerecht gehalten werden können, hinkt die CDU, was ein Wildtierverbot im Zirkus betrifft, hinter 17 anderen europäischen Ländern hinterher, die bereits sämtliche oder bestimmte Tierarten im Zirkus verboten haben“, so die Juso Vorsitzende Viktoria Kamens. Dass auch die Limburger Bevölkerung dieses Schauspiel nicht zur Unterhaltung in ihrer Stadt benötigt, zeigte den Jusos die hohe Zustimmung bei ihrer letzten Aktion im vergangenen Jahr gegen einen Wildtier-Zirkus. Zahlreichen Unterschriften wurden damals für ein Wildtierverbot in der Limburger Innenstadt gesammelt. „Vor allem vielen jungen Menschen ist es mittlerweile nicht mehr verständlich, wie man sich auf Kosten von Lebewesen amüsieren kann“, so die Limburger Tierschützerin Miri Collée.
Dieses Jahr erregt den Unmut der Aktivisten zusätzlich die Tatsache, dass der Zirkus Charles Knie sogenannte „Liger“ im Programm hat. Liger sind eine Hybrid-Züchtung aus Tigern und Löwen. „Künstlich werden die artfremden Tiere miteinander verpaart, Missbildungen, Fehlgeburten und ein Todesrisiko des Muttertiers dabei in Kauf genommen, die den größeren Hybrid meist nicht auf natürliche Weise gebären kann, so dass der Liger aus ihr herausgeschnitten werden muss. Aufgrund des Körperbaus sind Knochenschäden und Arthrose beim Liger vorprogrammiert – und alles nur für eine „Unterhaltungsindustrie, die keinerlei Applaus verdient“, so Kamens.
Aufgrund der breiten Ablehnung dieses Gastspieles fordern die Jusos den Limburger Bürgermeister dazu auf, sich nicht wieder an der PR-Kampagne eines solchen Zirkus‘ zu beteiligen. Auch wenn die aktuelle Rechtsprechung kein Verbot des Gastspiels zulässt, kann die Kommunalpolitik sich öffentlich kritisch dazu positionieren und für ein sinnvolles und tierleidfreies Unterhaltungsprogramm in Limburg stark machen. Das wird auch das Thema der diesjährigen Unterschriftenaktion sein, an der sich jeder am Info- und Proteststand am Samstag beteiligen kann.

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