Leserbrief zum NNP-Kommentar „Keine Alternative“

Zu dem Kommentar „Keine Alternative“ vom Chefredakteur Joachim Heidersdorf in der NNP vom 25. September 2014

show_bildHerr Heidersdorf hat in seinem Kommentar zu den Bauplänen des St. Vincenz Krankenhauses Recht – eine gute Medizinische Versorgung durch ein leistungsfähiges Krankenhaus ist sehr wichtig. Das ist selbst bei den Anwohnern und Mitgliedern der Schafsbergwacht unbestritten. Es kann jedoch nicht angehen, künstliche Gegensätze nach dem Motto „Wer nicht für uns ist, ist gegen uns“ zu erzeugen. Es sind mitnichten nur „wenige betroffene Anlieger“, die Probleme mit der baulichen Situation auf dem Schafsberg und insbesondere mit der Politik der verschlossenen Türen haben – der seinerzeit einberufene runde Tisch ist Beweis dafür. Auch der einmütige Beschluss der Stadtverordnetenversammlung, die baulichen Fragen als wichtige Angelegenheit der Stadtverordnetenversammlung einzustufen, zeigt das Unbehagen, welches aus dem ursprünglichen Plan erwachsen ist, ein Parkhaus mit Bewegungsbad in den Schafsberg hereinzubauen und nach Möglichkeit auch eine zweite Zufahrt durch den Schafsberg zu ziehen. Das sollte seinerzeit in aller Stille geschehen und viele Bäume wären diesem Vorhaben zum Opfer gefallen – die vielen markierten Bäume vor der Nordseite des Krankenhauses geben ein beredtes Zeugnis davon. Auch jetzt sollten wieder an der Stadtverordnetenversammlung als oberstem politischen Gremium vorbei in der Sommerpause Fakten geschaffen werden und in aller Stille sollte der deutlich ausgeweitete Talbau auf die Schiene gesetzt werden – vom Magistrat wurde eine Bauvoranfrage positiv beschieden. Das sollte die Öffentlichkeit wissen und daher haben auch die FDP sowie die SPD Stadtfraktionen einen Antrag gestellt, der klären soll, warum diese wichtige Angelegenheit der Stadtverordnetenfraktion vorenthalten werden sollte.

Fakt ist: Der neu zu erstellende Talbau ist grundsätzlich nicht in der Diskussion – der runde Tisch und die Schafsbergwacht sind keinesfalls dagegen, lediglich die Art und Größe der Bebauung sind zu klären. Vielmehr geht es in der Diskussion um etwas ganz anderes: Wie gehe ich vor dem Hintergrund der unbestritten notwendigen Medizinischen Versorgung für Limburg mit der Transparenz um? Diese Frage geht in erster Linie an den Bürgermeister, der ja auf beiden Seiten als Mitglied des Verwaltungsrates der Krankenhausgesellschaft sowie Chef des Magistrates Informationen aus erster Hand haben dürfte. Es kann nicht angehen, die Beschlüsse des Runden Tisches einfach zu ignorieren und in alt gewohnter Weise weiterzumachen – so aktiviere ich Bürger nicht für die Mitarbeit in städtischen Gremien. Nur durch volle Transparenz und Einbindung aller Betroffenen kann man zu Kompromissen gelangen, die der Sache dienen und bei denen sich alle Seiten entsprechend gewürdigt fühlen. Übrigens: Transparenz würde auch der Diskussion um andere Bauprojekte, die ganz Limburg betreffen, gut tun und würde die politische Arbeit wesentlich erleichtern. Also: Verschlossene Türen auf – Transparenz raus!

Dr. Marius Hahn

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